"Am meisten hat mich überrascht, daß Florida auch Kulturelles zu bieten hat. Ein Besuch der Museen ist sehr empfehlenswert. Wir waren in Miami Beach und haben dort das Jüdische Museum mit viel Geschichte über Miami Beach, das ..." Ursula W. aus Flensburg weiter
Geschichte und Kultur der Indianer
Was man sich unbedingt ansehen sollte
Von Chelle Koster Walton, Mitglied der Gesellschaft Amerikanischer Reiseautoren
Im Dorf der Miccosukee Donna McLaughlin Arnold
Seit die ersten Menschen vor rund 10.000 Jahren hierher kamen und Reste nomadischer und dann jagender und landwirtschaftlicher Zivilisationen zurückließen, war Florida Bühne für prähistorische Dramen. Große Hügel aus Muschelabfällen zeugen heute von damaligen Lebensumständen und sind sozusagen ein Fenster in die Vergangenheit. Obwohl nicht so berühmt wie jene in Kalifornien, tauchten Floridas spanische Missionen hauptsächlich im Norden auf und archäologische Ausgrabungen erlauben Einblicke in Kulturen, die mit der Ankunft der Europäer untergingen. Die heutigen indianischen Kulturen setzen sich aus Nachfahren unzähliger Mischehen zusammen. Mitglieder der Seminolen- und Miccosukee-Stämme, die ihre Vertreibung während der Seminolenkriege im 19. Jahrhundert überlebten, haben sich in Reservaten in und um die Everglades, dem Lake Okeechobee und Tampa niedergelassen, um ihre tief verwurzelten Traditionen und Überzeugungen mit heutigen Besuchern zu teilen. Nachstehend finden Sie eine Liste von ausgewählten Stätten, wo Sie mehr über die ersten Floridianer und die Stämme von heute erfahren können.
NORD-FLORIDA Lake Jackson Mounds Archaeological State Park, Tallahassee, Tel.: 850-922-6007. An den sechs Grabhügeln können Besucher Überreste einer indianischen Siedlung aus dem 13. Jahrhundert besichtigen.
Mission San Luis, Tallahassee, Tel.: 850-487-3711. Die anschaulichsten Überreste einer kolonialen spanischen Mission, in der Apalachee-Indianer zum Katholizismus bekehrt werden sollten. Besiedelt von 1656 bis 1704, bietet diese Stätte lebendige Historie und einen Einblick in aktive Ausgrabungen.
ZENTRAL-FLORIDA Crystal River Archaeological State Park, Crystal River, Tel.: 352-795-3817. Diese beeindruckende Stätte war ein wichtiges religiöses und politisches Zentrum für regionale Indianerstämme von 200 vor Christus bis 1400. Besucher können über eine Treppe auf den rund 10 Meter hohen Grabhügel steigen, fünf andere Hügel umrunden und seltene zeremonielle Steine und andere uralte Artefakte betrachten.
Philippe Park, Safety Harbor. An den Ufern der Old Tampa Bay befindet sich hinter der Hütte Nr. 2 im Philippe Park der Safety Harbor Mound, wo man auf die Spitze des altertümlichen Bauwerks klettern kann. Das benachbarte Safety Harbor Museum of Regional History (Tel.: 727-726-1668) steht an der Stelle eines Grabhügels der Tocobaga-Indianer und stellt hier
Billie Swamp Safari Donna McLaughlin Arnold
gefundene Artefakte aus, die zurückdatieren zur Safety Harbor Kultur zwischen 1500 und 1700.
Weedon Island Preserve Cultural and Natural History Center, St. Petersburg, Tel.: 727-453-6500. Die Weeden Island Kultur besiedelte Florida zwischen 400 und 1200 und hinterließ Tonscherben und andere Beweisstücke ihrer Existenz in Grabhügeln, die von der Smithsonian Institution in den 1920ern ausgegraben wurden.
SÜD-FLORIDA Ah-Tah-Thi-Ki Museum, Tel.: 863-902-1113, 954-792-0745, Internet: www.seminoletribe.com/museum. Die Big Cypress Seminole Reservation westlich von Fort Lauderdale ist Zuhause dieses modernen Museums, dessen Name “Lernen” bedeutet. Fünf Kinos, anspruchsvolle Kurzfilme und Audiovorführungen erläutern die Seminolen-Kriege und die Green-Corn-Festlichkeiten sowie deren Bedeutung für die indianisch-amerikanische Geschichte. Ein hölzerner Naturwanderweg führt durch einen 25 Hektar großen Zypressendom zu einem bewohnten Dorf, wo traditionelles Kunsthandwerk hergestellt und manchmal das uralte Stockballspiel vorgeführt wird.
Billy Swamp Safari, Tel.: 800-949-6101, 863-983-6101, Internet: www.seminoletribe.com/safari. Fahrten mit dem Airboat oder dem Sumpf-Buggy bieten einen detaillierte Einführung in die Big Cypress Seminole Reservation. Dort befinden sich auch Schlangenausstellungen und die unvermeidliche Alligator-Präsentation. Das Swamp Water Café serviert indianische und amerikanische Gerichte.
Miccosukee Indian Village, östlich von Miami, Tel.: 305-223-8380; Internet: www.miccosukee.com. Der Miccosukee-Indianerstamm flüchtete wie die Seminolen in die Wälder der Everglades, als sie aus ihrer Heimat im nördlichen Florida während der Seminolenkriege vertrieben wurden. Die U.S.-Regierung erkennt die Miccosukees als unabhängige Nation an. Das Museum im Miccosukee Indian Village stellt die Gründungsurkunden aus. Geführte Touren durch das Museum beginnen mit einem Video, dass in einem der stammeseigenen Wäldchen, die wie Inseln aus den Everglades ragen, gefilmt wurde. Airboat-Touren bringen Sie zu einem Stammescamp und das Miccosukee Restaurant serviert frittiertes, indianisches Brot, Froschschenkel, Catfisch und andere lokale Spezialitäten. Im Dezember findet das Indian Arts Festival statt.
Mound Key Archeological State Park, Estero, Tel.: 239-992-0311. Als Hauptstadt der Calusa-Zivilisation ist diese, nicht mit dem Festland verbundene Insel nur per Kajak oder bei einer Bootstour erreichbar. Besucher können die Ausgrabungsstätten auf der Insel besichtigen, welche einst von den Vorfahren erschlossen wurde und nun von der Natur zurückerobert wird.
Randell Research Center, Pineland, Tel.: 239-283-2062. In diesem zweitwichtigsten Siedlungsgebiet der Calusa-Indianer überquert ein Wanderweg einen vom Stamm gegrabenen, altertümlichen Kanal. An Samstagen finden erläuternde Touren durch die Grabhügel-Ausgrabungen statt.