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Florida-Urlauber erzählen
"Als Malerin und Fotografin habe in längere Zeit in den USA gelebt und bin dort viel herumgekommen. Meine stärksten Eindrücke von Florida sind die Farben, die Wolken und die Feuchtigkeit. Ich liebe Miami. Dort ist das Meer von..."
Shura K. aus Amsterdam/Niederlande
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Spanisches Moos, Cracker und Manatees
Old Florida in der Nähe von Orlando
Von Stefan Elfenbein
Das alte Gartentor, der ausgetretene Fußpfad, der durch den Orangenhain führt, Hühner wälzen sich im Sand. Links die Scheune, die Wasserpumpe mit Zinkeimer, rechts das zitronengelbe Haus mit den Hibiskusbüschen davor und der Veranda. Und auf der schrieb Floridas berühmteste Autorin, Marjorie Kinnan Rawlings, ihre Bücher. "Es erscheint mir, als könnten wir die Erde zwar borgen, aber nicht kaufen; als könnten wir sie gebrauchen, aber nicht besitzen", schreibt sie in ihrer Autobiografie – und "Cross Creek gehört dem Wind, dem Regen, der Sonne, den Geheimnissen der Ernte ... vor allem aber der Zeit." Für ihren Bestseller "The Yearling" (Frühling des Lebens) arbeitete, kochte und sang sie, wie Zeitgenossen beschrieben, mit den "crackers", den ersten Siedlern in der Mitte Floridas; kein anderes Buch beschreibt deren Leben so eindringlich. Und viel hat sich erhalten - im Marjorie Kinnan Rawlings Historic State Park in Cross Creek und in der Umgebung, zum Beispiel im Städtchen Micanopy. Ganz verwunschen sind schon die Straßen die dort hin führen; dichte Wälder, grüne Weiden auf denen mächtige Bäume stehen, Spanisches Moos hängt an Telefonleitungen und Telegrafenmasten. Und in Micanopy verstecken sich Häuser und Villen hinter uralten Eichen und Magnolienbäumen.

"1821 wurde Micanopy gegründet; die erste Stadt im Landesinneren von Florida", erklärt Ted Whittington stolz, der Koch im Herlong Mansion Bed & Breakfast Inn, dem schönsten Gebäude, mit mächtigen Säulen davor. Whittington bereitet gerade so ein richtiges "Southern breakfast" zu: "buttermilk bisquits, banana bread, grits und natürlich den besten Orangensaft der Welt." Fruchtbar war die Landschaft hier immer; Rinder, Baumwolle, Orangen machten Micanopy reich, benannt wurde es nach dem mächtigen Seminolen-Häuptling Micanopy. "Sie müssen unbedingt ins Museum der Historical Society", rät der Koch noch, "und im Micanopy Country Store gibt es die schönsten Antiquitäten". Und um Old Florida noch intensiver zu erleben, solle man auch auf dem St. Johns River entlang schippern. Über den kamen nämlich die ersten cracker. Also weiter durch die verwunschenen Wälder bis nach DeLand, den besten Ort, um ein Boot, vielleicht sogar ein Hausboot, zu mieten.

Gemütliche Cafés und Bänke laden auf DeLands historischer Main Street zum Bummeln ein; verrückt, wie viel Geschichte sich hier, so nah’ bei Orlando, erhalten hat! "Green boilded peanuts", gekochte frische Erdnüsse, und Süßkartoffeln gibt es auf dem Weg zur Marina am Straßenrand zu kaufen und schon heißt es "Leinen los". Wasserhyazinthen und Muschelblumen treiben auf dem Wasser; ganze grüne Teppiche mit lila Blüten werden vom Strom mitgerissen. Plötzlich verschwindet eine Wasserhyazinthen nach der anderen in breiten Mäulern; Seekühe beim Lunch! Manatees heißen die friedlichen Giganten hier in Florida. Am Ufer Alligatoren, und da ein Otter, dort ein Truthahn! Genau so muss es hier ausgesehen haben, als die cracker kamen. Den River of Lakes Heritage Corridor haben die Gemeinden um den St. Johns River eingerichtet; vor 70 historischen Orten kann man ankern. Die unterschiedlichsten Gründen brachten die Siedler dazu, ihre Heimat zu verlassen. Die ungewöhnlichste Geschichte hat wohl Cassadaga, ein paar Kilometer von DeLand entfernt.

"Unter dem Gebäude da hören unsere Heiler und Medien immer wieder das Lachen von den Kindern, die hier vor hundert Jahren gelebt haben"; erklärt Chris Ann aus dem Cassadaga Spiritualist Camp, "im Gebäude war früher der Tanzsaal, beim Tanz sind den Männer Münzen aus den Taschen und durch die Ritze gefallen, die Kinder sind unter die Dielen gekrochen und haben die Münzen aufgesammelt – und dabei gelacht." Ende des 19. Jahrhunderts kamen die "spiritualists", eine Gruppe von Menschen, die – so sagen sie – die Fähigkeit besitzen, mit Verstorbenen zu sprechen, in die Mitte Floridas. Die Ursprungsgemeinde gibt es heute noch, und über 300 Einwohner, die von der Aura des Ortes angezogen worden sind, leben in Cassadaga. Und überall wird Übernatürliches versprochen: "spirits x-ing" steht auf einem Straßenschild, Plakate vor Hexenhäuschen versprechen "aura chakra reports" und Gespräche mit verstorbenen Haustieren. Die schönste Unterkunft ist das historische Ann Stevens House Bed and Breakfast im Nachbarort Lake Helen, das Haus des ehemaligen Mediums Ann Stevens. Am Wochenende nehmen die Besitzer Gäste zu Seancen im geheimnisumwitterten „seance room“ im Tempel von Cassadaga mit. An manchen Abend sollen die "spirits" dort sogar den schweren Holztisch zum Tanzen bringen.
 
   
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